Auch Zurich Insurance Group Ltd. bei den Opfern von Harvey

Harvey – für Hausbesitzer ein Desaster

Am 1998 kaufte die damalige Zurich Financial Services (ZFS) “Farmers” (die heutige Farmers Insurance Group). Farmer’s Insurance Group ist die drittgrösste Privat- und Haftpflichtversicherung in den USA. Nach dem Kauf der Autoversicherungs-Sparte von AIG (AIG) beschäftigt die Tochter des schweizerischen Versicherungskonzerns rund 22.000 Mitarbeiter und mehr als 50.000 unabhängige Vertreter.

Letzte Schätzungen gehen von wirtschaftlichen Schäden von USD 100 Mrd. aus. Wie bereits im Bericht “Hurrikan Harvey und seine Auswirkungen” erwähnt, war klar, dass diese Naturkatastrophe tiefgreifende Auswirkungen auf die US-Wirtschaft haben wird.

In einem Interview gab der CEO Farmers Group soeben bekannt, nur etwa jeder vierte Hausbesitzer für die Risiken der Naturkatastrophe versichert ist. Und dass seine Gesellschaft im Zusammenhang mit dem staatlichen Flutversicherer (NIFP) zur Schuldenregulierung zusammenarbeiten wird. Der NIFP besitzt zur Schadensdeckung nur USD 24,6 Mrd. an Kapital. Zusammen mit der geforderten Soforthilfe von USD 7,85, welche in den kommenden Tagen vom Kongress erst bewilligt werden muss, ein Anfang um die ersten, wichtigen Bedürfnisse zu finanzieren. Werden die Mittel des NIFP aufgebraucht, stünden dieses Jahr keine Gelder mehr für allfällige weitere Ereignisse zur Verfügung.

Zurich Insurance Group Aktie

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Harvey wird US-Tochter Framers Insurance Group treffen

Interessant ist die Verlautbarung des CEOs, Jeff Dailey, dass Farmers Group eine erhebliche Anzahl von Schäden an Fahrzeugen tragen wird. Zu den freiwillig versicherten Fahrzeugen kommen die vielen versicherten Fahrzeuge dazu, welche geleast und deshalb “zwangsversichert” werden müssen. Dailey zufolge dürften die meisten Fahrzeuge vom Ereignis betroffen sein. Denn sobald das Wasser über Radhöhe stehe, wird der Motor beschädigt, was automatisch zu einem Totalschaden führt.

Geschätztes Schadenvolumen der Farmers (bzw. Zurich Insurance)

Ausgehend von einem geschätzten Gesamtschaden von USD 150 Mrd., dürften die Schäden an privatem Eigentum rund USD 80 Mrd. betreffen. Davon dürften nur etwa 25 Prozent oder USD 20 Mrd.  versichert sein. Farmers dürfte – aufgrund ihrer Grösse – rund ein Drittel aller Schadenfälle im Portefeuille führen. Somit ergäbe dies ein Schadenereignis von rund 7 Mrd. USD.

Versicherungsgesellschaften tragen solche Risiken in der Regel nicht in den Büchern sondern versichern diese weiter an Rückversicherer wie Munich Re, Swiss Re und Hannover Re. Als Aussenstehendem ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht ersichtlich wer schlussendlich das abgetretene Risiko dieses Ereignisses trägt.

Im Hinblick auf die Reservenbildung zur Deckung der nicht rückversicherten Restrisiken kann davon ausgegangen werden, dass das Jahres-Ergebnis der Zurich Insurance Group durch Harvey kaum signifikant beeinflusst wird.

Text: Radovan Milanovic

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