Anlagenotstand für Sparer

Sparer verlieren Jahr um Jahr an Kaufkraft

In den vergangenen sechs Jahre – bis auf einen kleinen Ausreisser von 0,3 Prozent in 2015 – verloren die Sparer Jahr um Jahr an Kaufkraft. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Das Dilemma: Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank will mit der Nullprozent Politik der EZB die Märkte mit Cash fluten, Schwung in die Wirtschaft bringen und Inflation (CPI) schaffen. Für 2017 wird in Deutschland ein Preisanstieg zwischen 1.8 bis 2.0 Prozent erwartet. Obwohl das US-Fed die Leitzinsen um 0,25 Prozent anhob rechnet die US-Notenbank mit Leitzinsen zwischen 0,75 und 1,0 Prozent.

Aufgrund des Wirtschaftsgefälles zwischen Kerneuropa und Ost- sowie Südeuropa, weisen einzig Deutschland und Österreich komfortable Wirtschaftsaussichten auf. Würde die EZB die Zinsen anheben, bekämen die meisten EU-Mitgliedsländer Probleme bei der Kreditaufnahme (hohe Finanzierungskosten). Die Renditedifferenz zwischen dem USD- und dem Euro Raum dürfte den EUR schwächen. Importe werden in jedem Fall teurer. Die importierte Inflation dürfte in der Folge die Gesamtinflation erhöhen. Diese dürfte gar über 2,0 Prozent zu liegen kommen. Dann würde auch die EZB zu zaghaften Zinserhöhungen gezwungen werden. Da das pro Kopf Sparvolumen in Deutschland das höchste in ganz Europa ist, dürften die Banken – zumindest für kürzere Zeit – keinen Anlass sehen, die Sparzinsen zu erhöhen. Der Kaufkraftverlust dürfte dann gar auf 1,8 bis 2,0 Prozent steigen.

Der Anlagenotstand der Sparer schreit nach (konservativen) Alternativen zum Sparbuch

Gleich vorweg, mündelsichere Anlagen wie 10-jährige Bunds mit einer aktuellen Rendite von 0,26 Prozent sind “out”. Dürfte das Zinsniveau auf mittlere Sicht anziehen, verlieren Anleihen an Wert um die (neue) Marktrendite einzupreisen. Anleihen sind nur weise Anlagen in Zeiten von stabilen oder fallenden Marktzinsen unter der Bedingung unveränderter Rahmenbedingungen (gleichbleibende Schuldnerqualität).

a) Renditen von Riester Renten variieren sehr stark, je nach persönlichen Voraussetzungen 3,0 bis 4,0 Prozent
b) Konservative Aktien (Dividendenrendite +2,5 – +3,5 Prozent) + Kursgewinne
c) Offene Immobilienfonds in den vergangenen 12 Monaten durchschnittlich +5,8 Prozent
d) Aktienfonds in den vergangenen 12 Monatena im Durchschnitt ca. +22 Prozent
e) ETF auf den Weltaktienindex MSCI rentierten 2016 um den Benchmark von +9,16 Prozent (Jahresbeginn bis 20. Juni 2017: +9,83 Prozent, p.a.20,82 Prozent)

Die Gewinnmitnahmen an den Hauptbörsen bestätigt die steigende Risikoaversion der Anleger. Die frei werdenden Mittel erhöht das Kapital welches nach konservativen Anlagemitteln sucht.

Text: Radovan Milanovic
CPI Daten: wikipedia

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