Alle setzten auf Starship Technologies

Ob Post, Paketzusteller oder Online-Händler… alle sehen die Zukunft in Starship-Lieferrobotern.

Lieferroboter bereits seit 2016 im Versuchsbetrieb

Die Vision von Hermes

Der deutsche Paketdienstleister Hermes startete seine Versuche in Hamburg bereits im August 2016. Anfang September folgte die Elektronikkette Media Markt, dann der Otto-Versand. Während des Versuchsbetriebes, der immer noch andauert herrscht jedoch zunehmend Funkstille.

Am 27. Dezember 2017 gab Hermes seine Vision der Paketzustellung der Zukunft bekannt. Die Endzustellung der Pakete an die Empfänger erfolgt auf zwei Arten

  • Von “Mikrodepots” aus erfolgt die Feinlieferung der Pakete an die Empfänger durch Boten (Lieferroboter)
  • Ausbau eines dichteren Paketshop-Netzes. Somit sei sei es für die Empfänger immer bequemer, die Pakete direkt in den Paketshops abzuholen. Auf diese Weise spart sich Hermes viel Arbeit. Bereits jetzt schon offeriert Hermes zwei Tarife: Einen für die Zustellung der Pakete an die Empfängeradresse und einen günstigeren für die Abholung der Lieferung in einem Paketshop.

    Schweizer Post – Erfahrungswerte und Anwendung von Lieferrobotern

    Anfang August 2016 begann die Schweizer Post ihre ersten Tests mit selbstfahrenden Lieferrobotern und will solche Zustellarten für kurze Distanzen wie für “Same Day Delivery” einführen. Speziell für dringende Sendungen wie Lieferungen von medizinischen Produkte sowie Essenslieferungen. Bereits ein Jahr später, im August 2017 begann die Schweizer Post den Lieferroboter semi-kommerziell einzusetzen: Mittels online-Lieferoption können Kunden des Online Shops von Jelmoli ihre erworbenen Artikel in der Stadt Zürich innerhalb des gewünschten Zeitfensters kostenlos geliefert bekommen. Kurz vor Ankunft erhalten die Kunden ein SMS mit einem Link. Nach dessen Bestätigung kann das Transportfach geöffnet und das Produkt in Empfang genommen werden.

    Die Erfahrungen des gehackten Lieferroboters fliesst in die Sicherheits-Entwicklung

    Gestern erregte die Meldung eines gehackten-Lieferroboters aus den USA, bei dem der Inhalt hätte entwendet werden können, für grosses Aufsehen. Ein Journalist wagte den Versuch; beim zweiten hatte er Erfolg. Da in Deutschland und der Schweiz die Lieferroboter noch nicht autonom, sondern “unter Aufsicht” betrieben werden, stellt sich das Problem noch nicht. Sobald der kommerzielle Einsatz beginnt, muss das System autonom und ohne persönliche Aufsicht arbeiten. Und wäre dann wirklich ein potenzielles Ziel für Angriffe. Nüchtern betrachtet war es nur eine Frage der Zeit, Lieferroboter als Hackerziel zu outen.

    Auch der CCC-Kongress (34. Chaos Communication Congress, 34C3), welcher vom 27. bis 30. Dezember 2017 in Leipzig stattfand, war hauptsächlich den Themen Sicherheitslücken und Open-Source Projekte gewidmet. Besonderes Augenmerk richteten die Organisatoren auf mögliche Sicherheitslücken von e-Zapfsäulen, Banking-Apps, Staubsauger-Roboter und dem 4G Mobilfunk. Dieser Kongress ist ein wichtiger Ort für Anbieter moderner Tech-Lösungen, um nicht erkannte Sicherheitslücken zu erkennen und diese zu schliessen.

    Starship Technologies Inc., der Innovator von Lieferrobotern

    Die Navigation von Starship Liefer-Robotern erfolgt durch eine Kombination von Ortungssignalen wie GPS und visueller Erkennung des Umfeldes durch neun verschiedene Kameras. Bei Gefahrenstellen schaltet sich ein Remote-Operator zu. Dann managed dieser die Steuerung aus Distanz. Bei wiederholten Fahrten lernt die künstliche Intelligenz dazu und erweitert seine Autonomie. Um das System mit Zusatzinformationen zu versorgen, werden die selbstfahrenden Roboter – vorerst – durch Begleitpersonen überwacht. Starships Technoligies bietet diverse Lieferroboter-Lösungen an. Getestet werden die Modelle, welche für eine Nutzlast bis 10 kg und für eine Distanz bis 6 km ausgelegt sind.

    Die Gesellschaft mit Hauptsitz in San Francisco (USA) ist aus einer Tech-Schmiede aus Estland. hervorgegangen. Anfang Januar 2017 investierte Daimler USD 17,2 Mio. in das junge Startup-Unternehmen. Investitionen in Starship Technologies Inc. sind vor einem IPO, welches erst in ferner Zukunft stattfinden dürfte, nur indirekt über Daimler-Aktien möglich.

    Text: Radovan Milanovic
    Bild: Screenshot Food-Delivery Robots Rolling in D.C., by Wall Street Journal

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