Airbnb’s IPO steht vor der Tür

Nicht nur Vermittler von privaten Unterkünften sondern jetzt auch von Ferien-Adventures

Airbnb macht sich fit und fitter für die IPO-Brautschau. Das Unternehmen macht Appetit auf Reisen und vermittelt nicht mehr nur Unterkünfte.

Copyright: Airbnb, Cape Town Plus Listing – Dining Room 1

Begonnen in den USA und jetzt weltweit werden Gastgeber, Gäste und Einheimische ermuntert, der Airnbnb-Community “neue Entdeckungen” in Deutschland anzubieten, welche über die Plattform gebucht werden können. Im Gegensatz zu klassischen Stadtrundfahrten oder Kursen sollen die Gäste in die Welt der Gastgeber eintauchen und einen Hauch authentisches, tägliches Leben im Gastgeberland einatmen. Sei es mittels Besuchen von Orten oder Anlässen wohin sich kein Tourist je verirrt oder der Teilnahme an persönlichen Leidenschaften oder Freizeitaktivitäten des Gastgebers.

Allein in Berlin werden zur Zeit 130 Entdeckungen zu einem Durchschnittspreis von ca. EUR 43,00 angeboten. Der Erfolg der Angebote widerspiegelt sich in der durchschnittlichen Bewertung der Gäste von über 4,7 (auf der Skala von 1 bis 5). Seit Beginn des Anbietens der Angebote im Juni 2017, also innert Jahresfrist, stieg die Anzahl Buchungen um 300 Prozent.

Die neue Angebotspalette ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Allen voran für Airbnb, welche zusätzliche Einnahmen generieren kann ohne einen Finger zu rühren. Die Gastgeber schaffen sich ein zusätzliches Taschengeld, aber auch die Gäste selbst, welche unvergleichliche Ferienerlebnisse – bei minimalen Kosten – erfahren und schliesslich das wirtschaftliche Umfeld des Gastgebers, welche von der zusätzlichen Wertschöpfung durch die Gäste profitiert.

Erfolgsstory Airbnb; so jung und schon so profitabel

Uber und Airbnb arbeiten nach gleichen Grundsätzen. Sie profitieren von den technologischen Innovationen und der Datenauswertung ihrer Kunden. So dem Austausch von Erfahrungen und Wünschen der Benutzer nach bestimmten Dienstleistungen, welche in der Folge von den Plattformen entwickelt, optimiert und vermittelt werden.

Gegründet in 2008, bietet die Gesellschaft heute bereits Unterkünfte in 65,000 Städten und Orten in 191 Ländern an. Airbnb’s Haupteinnahmen fallen bei der Reservation der Unterkünfte an. Den Gästen wird eine Gebühr von 6 bis 12 Prozent auf die gebuchten Dienstleistungen berechnet und den Gastgebern 3 Prozent, basierend auf dem Zahlungsbetrag der Gäste.

Venture-Kapitalgeber investierten bisher USD 4,4 Mrd. in das Unternehmen, welches im März 2017 mit USD 31,0 Mrd. bewertet wurde. Aufgrund der gesunden Geschäftsentwicklung kann davon ausgegangen werden, dass keine Finanzierungsrunden mehr anstehen. 2017 wies Airbnb einen Umsatz von USD 2,6 Mrd. und einen Gewinn von USD 93,0 Mio. aus. Gerüchteweise soll die Aktienplatzierung (IPO) im Juni 2019 über die Bühne gehen. Brian Chesky, Airbnb’s CEO, korrigierte die Hoffnungen der Investoren jedoch und führte aus, dass das IPO spätestens im Herbst 2020 stattfinden werde.

Text: Radovan Milanovic

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