Gründe der kurzfristigen Gold-Spekulation

Smart Money fliesst in Gold

Erst das Säbelrasseln zwischen den Amerikanern und Koreanern brachte Gold Goldchartsals „Krisenwährung“ wieder in den Focus der Anleger. Nachdem der Goldpreis wie erwartet wieder abbröckelte, floss heute Morgen viel „Smart Money“ in Gold. „Smart Money“ bezeichnet der Investor das Geld welches in Investitionen fliesst, welches die höchste Rendite im Markt verspricht, oft im Zusammenhang mit Insidern. Denn Insider verfügen über Informationen, welche der Öffentlichkeit nicht oder noch nicht bekannt sind. Klassische Insider sind beispielsweise Geschäftsführer von Gesellschaften. Vorsicht: Smart Money folgt den Opportunitäten nur aus Renditegründen und kann blitzschnell wieder in andere Anlagemedien verschoben werden.

Signale und Bedeutung der Fed-Entscheide wurden nicht beachtet

Die kurzfristige Goldstory begann bereits am Mittwoch, den 20. September 2017, als Janet Yellen, Präsidentin der amerikanischen Notenbank (Fed) bekanntgab, „die Bilanz des Fed abzubauen“ und die Zinsen im Dezember nochmals zu erhöhen.

Die Brisanz dieser Aussagen ist in Europa wegen der Fokussierung auf die bevorstehenden Wahlen in Deutschland nicht die genügende Aufmerksamkeit geschenkt worden. Ein Abbau in monatlichen Tranchen von USD 10 Mrd. bei einer Bilanzsumme von USD 4,5 Bio. kann auf die Dauer erhebliche Auswirkungen auf den Zinsmarkt haben. Im Klartext: Die US-Notenbank plant monatliche Verkäufe von Staatsanleihen. Verkäufe zum Zeitpunkt anziehender Zinsen dürfte die Marktzinsen weiter ansteigen lassen.  Deshalb auch die geplanten Zinserhöhungen des Fed. In Erwartung einer höheren Verzinsung dürften andere Anleiheinhaber ihrerseits auch Teile ihrer Portfolios abbauen.

Zinserhöhungen sind Gründe Goldbestände abzubauen, da Gold „keine“ Rendite – im Sinne der Verzinsung des Kapitals – abwirft. In Zeiten von Inflation wird Gold jedoch aus Gründen der Wertbeständigkeit erworben.

Die Börsen sind ausgereizt

Die Hauptbörsen notieren bei ihren Höchstständen, viele Aktien weisen vergleichbar hohe Bewertungen auf. Die neuen Lieblinge der Anleger, die Vertreter neuer Internet-Technologien müssen die phantastischen Wachstums- und Erfolgserwartungen erst beweisen. Mögliche Chancen auf weitere Kursgewinne sind eher begrenzt.

Bitcoin-Storie ist für Investoren gelaufen

Zeiten grosser Kursgewinne mit Bitcoin-Investitionen dürften vorbei sein. Und die Zukunft der digitaler Währungen ist höchst ungewiss. Die Gefahr, dass diese Werte gegen Null tendieren ist nicht ausgeschlossen.

Neuste Nordkorea-Entwicklung, der Auslöser der Goldhausse

Das Säbelrasseln zwischen Amerika und Nordkorea mit der Verlegung der B-1B Flugzeuge in die Region und die Drohung, diese abzuschiessen ging in die nächste Runde und war der eigentliche Auslöser des starken Kursanstiegs.

Technische Faktoren

Screenshot: Gold Chart ag-edelmetalle.de vom 26.09.2017

Mit der Nachfrage nach Gold wechselten auch die kurzfristig technischen Indikatoren von Gelb/Rot auf Grün. So weist der Goldkurs des 14-tägigen RSI (Relative Strength Index) einen Wert von 51,6 (Skala 30 – 70) auf. Der gleitende 38-Tages Durchschnitt, ist bei USD 1.302 (pro Unze) nach oben durchbrochen worden. Der Kurs bewegt sich noch im unteren Rahmen des 1-Jahres Bollinger-Bands von USD 1.289 –  USD 1.353 (gleitender Durchschnitt bei 1321).

Kurseruptionen, welche nicht fundamental bedingt, sondern nur aufgrund aktueller Ereignisse stattfinden, sind nicht dauerhaft. Einzig „gewisse“ politische Ereignisse könnten den Goldpreis – kurzfristig – weiter stützen.

Text: Radovan Milanovic
Chart: ag-edelmetalle.de
Bild: pixabay

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