Emissionen von Staatsaneihen – Finanzminister reiben sich die Hände …

…und die Anleger reiben sich bald die Augen und ärgern sich

Die Zeit ist reif, dass Anleihen den Anlegern wieder Realzinsen und einen Risikoausgleich für das Schuldnerrisiko bieten. Der Zinsmarkt ist bereits in Bewegung. Doch wegen der Geldschwemme wirkt sich der Beginn der Zinswende noch nicht auf den Markt aus. Deshalb wittern die Finanzminister ihre Chance, noch rasch „billiges Geld“ am Geld und Kapitalmarkt aufzunehmen um teuere Finanzierungen abzulösen.

Ein Beispiel: Heute gab die Eidgenössische Finanzverwaltung die Platzierung der neusten Bundesanleihen bekannt:

„0.50%, Laufzeit 27.05.2030, Betrag CHF 150.000 Mio. (0 Mio. Eigentranche), Emissionspreis 105.50%, Rendite p.a. 0.064% und 0.50%, Laufzeit 30.05.2058, Betrag CHF 247.450 Mio. (0 Mio. Eigentranche), Emissionspreis 105.05%, Rendite p.a. 0.366%.“

Im Klartext: Die Verzinsung der ersten Anleihe mit einer Laufzeit von 12 Jahren und 8 Monaten bringt dem Anleger eine jährliche Rendite von „stolzen“ 0,064 Prozent und bei einer Laufzeit von 39 Jahren und 8 Monaten nur 0,366 Prozent.

Schweizer Staatsanleihen, eine Nullnummer – CHF 1000-er Noten gesucht wie noch nie

Unter Berücksichtigung von Depotgebühren und Spesen, zahlt jeder Anleger drauf. Kein Wunder, dass es in der Schweiz günstiger ist, ein Schliessfach (Safe) bei einer Bank zu mieten und dieses mit Noten zu füllen, da verschiedene Banken ihre Kunden mit Sollzinsen bestrafen. Einen Bankverwalter bestätigte mir, die hohe Nachfrage nach Banksafes. Sogar die Schweizerische Nationalbank (SNB) bestätigt diesen in ihrer neuesten Statistik. Die SNB geht davon aus, dass Banknoten mit grossen Nominalwerten (CHF 1000-er Noten) …“in erheblichem Umfang als Wertaufbewahrungsmittel verwendet werden…“ Alleine 62,3 Prozent der ausgegebenen Banknotennennwerte von insgesamt CHF 45,02 Mrd. betreffen CHF 1000-er Noten.

Renditen Deutscher Staatsanleihen (BUNDS) steigen wieder

Einer der verlässlichsten Indikatoren über die Zinsentwicklung sind die Umlaufrenditen. Diese werden auf täglicher Basis von der Deutschen Bundesbank ermittelt: Es handelt sich dabei um ausgewählte Anleihen der öffentlichen Hand, Bankschuldverschreibungen und Industrieobligationen auf EUR-Basis. Der Chart zeigt das Anziehen der Renditen im Zeitraum der vergangenen 12 Monate.

In den vergangenen 12 Monaten ist die Inflation in Deutschland von 0,70 auf 1,80 (+157 Prozent) Prozent gestiegen. Der Renditeanstieg Deutscher Staatsanleihen (BUNDS) wiederspiegelt bereits den schleichende Anstieg der Minderung der Kaufkraft.

Die Renditen von BUNDS werden weiter zulegen

Rendite am 12.09.2016 Rendite am 12.09.2017 Rendite-wachstum
BUNDS
10 Jahre Restlaufzeit
0,16 % 0,40 % +150,00 %
BUNDS
20 Jahre Restlaufzeit
0,44 % 0,91 % +106,82 %
BUNDS
30 Jahre Restlaufzeit
0,62 % 1,21 % +95,16 %

Text, Tabelle und Chart: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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