Einkommen und Vermögen der Deutschen

Bruttoeinkommen vs. Nettoeinkommen eines privaten Haushalts in Deutschland

Um zu verlässlichen und vergleichbare Werte vergleichen zu können, habe ich öffentlich verfügbare Eckdaten geprüft und saisonal adjustiert. Dabei habe ich die durchschnittlich gewichteten Lohnerhöhungen ab 2014 verwendet und bis Ende 2016 aufgerechnet. Das Bruttoeinkommen eines durchschnittlichen, privaten Haushalts (Ost und West gemittelt) auf der Basis von Medianwerten, betrug Ende 2016 knapp EUR 4.350,00 (EUR 52.200,00 pro Jahr). Nach Abzug der Lohn- und Einkommenssteuern, der Kosten für die Krankenkasse aber mit Einbezug des Kindergeldes ergibt sich das verfügbare Einkommen. Dieser Medianwert beträgt rund EUR 3.380,00 (EUR 30.560,00) für 2016.

Wohnkosten steigen weitaus stärker als die verfügbaren Einkommen

Während die Mieten steigen (sh. auch den Bericht „Wohnen wird unerschwinglich„) kommen die Löhne fast nicht vom Fleck. In Deutschland kostete im August die Durchschnitts-Miete für 1 m2 bei einer Wohnungsfäche bis 40 m2 EUR 8,94. Bei einer Fläche von 40 bis 80 m2 und 80 bis 120 m3, EUR 6,73 bzw. EUR 8,16.

Vermögen der Deutschen – ungleiche Verteilung

Mit Aktien-Fonds, welche in europäische Blue Chips (Aktien von grossen Unternehmen, welche in den Benchmark Indices enthalten sind) konnte ein Investor in den vergangenen drei Jahren Renditen von 30 bis 50 Prozent erwirtschaften. Aufgrund des starken Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre in Deutschland lagen die Performances der Fonds mit deutscher Core-Aktien bei 60 bis 60 Prozent. Bei gleichwertigen US-Aktien lagen vergleichbare Renditen zwischen 60 und 75 Prozent. Mit Einbezug der Kursdifferenzen erhöhte sich der EUR-Wert bei deutschen Aktien um weitere 8 Prozent. Im gleichen Zeitraum performte der DAX um über +28 Prozent. Aktieninvestitionen, ob direkt oder indirekt (z.B. über Fonds) trugen erheblich zum Vermögensaufbau der Deutschen bei.

Die tiefen Zinsen erlaubten es Vielen, ihren Traum vom eigenen Haus zu erfüllen. Eine logische Konsequenz zu immer knapper und teurer werdendem Miet-Wohnraum.

Gemäss der Statistik der Bundesbank (BUBA) besitzt der Median aller deutschen Privathaushalte ein Nettovermögen (Vermögen abzüglich der Schulden) von EUR 60.400,00. Der Median bezeichnet den Wert bei dem 50 Prozent der beobachteten Grösse mehr und 50 Prozent weniger als EUR 60.400,00 besitzen. Das Durchschnittsvermögen jedes Deutschen – gemäss BUBA – beträgt jedoch aufgrund der ungleichmässigen Verteilung netto EUR 214.500,00. Auffallend ist, dass den Vermögendsten 10 Prozent der Bevölkerung rund 60 Prozent des gesamten Vermögens gehören.

Text: Radovan Milanovic
Bild: pixabay

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