Bitcoin-Chart vs. Tulpenindex-Chart

Die Geschichte der Tulpenspekulation im 17. Jahrhundert und der Bitcoin-Spekulation weisen frappante Ähnlichkeiten auf.

Preisindex Tulpen: Creative Commons Lizenz Wikipedia, Urheber: Jay Henry

7 Jahre nach Beginn des Tulpen-Hypes platzte die Spekulationsblase

Aus der heutigen Türkei wurde die Tulpe im 16. Jahrhundert nach Europa gebracht. Um 1630 wurde die Tulpe immer beliebter und die Preise stiegen innert Kürze stark an. Die Tulpenzwiebeln verkamen zu Spekulationsobjekten. Kaum gekauft, konnten diese mit Gewinn wieder verkauft werden. Die Preise bemassen sich nach dem Gewicht der Knollen. Es wurde sogar Tulpenzwiebeln auf Termin (also erwartete, zukünftige Ernten) gehandelt. Doch es wurden mehr und mehr Tulpen angepflanzt. Sieben Jahre später, 1637 begannen „kluge Köpfe“ den reellen Wert von Tulpenzwiebel zu realisieren. Die Preise kollabierten. Die Kredite, mit denen viele ihre Spekulationen finanzierten wurden notleidend. Die Spekulationsblase platzte und ging als Tulpenspekulation in die Geschichte ein.

Tulpenzwiebel und Bitcoins, die Gemeinsamkeiten

Aus Investoren wurden Spekulanten. Den Marktteilnehmern geht es nicht um den Wert der gehandelten Gütern, sondern um reine Kursgewinne. Denn nach welchen Kriterien bemisst sich der Preis einer Tulpenknolle oder eines Bitcoins? Für beide Objekte wurden und werden „Liebhaberpreise“ bezahlt. Sie wiesen zu Beginn nur eine begrenzte Anzahl an Einheiten aber durch die Spekulation eine steigende Nachfrage auf. Die Konsequenz sind explodierende Preise.

In einem unterscheiden sich jedoch die beiden Spekulationen: Tulpen konnten fast unbegrenzt gezüchtet und die vorhandene Menge erheblich vergrössert werden. Die Menge an Bitcoins ist hingegen fast begrenzt. Eine begrenzte Geldschöpfung wird durch „Mining“ neuer Blöcke erzeugt und dann der Blockchain zugefügt. Handelsbeschränkungen und Verbote können ein Ende des Bitcoin-Hypes, also das Blatzen der Spekulationsblase auslösen.

Der Handel mit Bitcoin begann 2010 – 7 Jahre später beginnen die Hiobsbotschaften

Bitcoin-Kurs (Bitcoin/Euro) Währung

BTC/EUR (Bitcoin / Euro) Währung Chart
Kursanbieter: Bitcoin.de

• 15. Dezember 2016: Anonymität ade. Die US-Steuerbehörde (IRS) erhält Zugang zu sämtlichen Bitcoin Transaktionen weltweit
• 11. Januar 2017: Untersuchungen bei verschiedenen Bitcoin-Börsen wegen Geldwäsche, Manipulationen
• 15. Mai 2017: Die amerikanische Wertpapierbehörde SEC (Security Exchange Commission) lehnt die Bewilligung von ETFs auf Kryptowährungen zum wiederholten Mal ab
• 25. Mai 2017: US Senat beschliesst aus Gründen der Geldwäsche Bitcoin Transaktionen ab BTC 4,35 der Meldepflicht zu unterstellen
• 04. September 2017: China bezeichnet ICO’s (Initial Coin Offerings) als illegal
• 04. September 2017: Venezuela verbietet das Bitcoin-Mining
• 12. September: Der CEO der US-Grossbank JP Morgan Chase & Co. bezeichnet Bitcoin als „Betrug“
• 13. September 2017: China erwägt die Schliessung der Krypto-Börsen
• 14. September 2017: China erzwingt die Einstellung des Handels mit Bitcoins bis 30. September 2017

Chinesische Regierung zieht die Reissleine

Offensichtlich hat die chinesische Regierung die Kontrolle über die Geldflüsse wegen den Kryptowährungen verloren. Mittels Bitcoin konnten in Umgehung chinesischer Devisenkontrollen faktisch unbegrenzt Gelder aus China geschleust werden. So wies bereits im Januar 2015 der Yuan mit 71 Prozent das grösste Volumen an den Bitcoin-Börsen auf. Die Kapitalflucht aus China mittels Bitcoins hat Ende 2016 / Anfang 2017 dermassen zugenommen, dass sogar der Yuan ins Wanken geriet.

Wie gewonnen, so zeronnen

Die vergangenen Tag zeigten das Ausmass der Risikokomponenten der künstlichen Währung. Performance:
• Vergangene Woche: -31,4 Prozent
• In 1 Monat: -27,1 Prozent
• In den vergangenen 3 Monaten: +18,0 Prozent
• Seit Jahresbeginn: +181,1 Prozent

Text: Radovan Milanovic
Chart: Preisindex Tulpen: Creative Commons Lizenz Wikipedia, Urheber: Jay Henry

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